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Kultur am Ritten

Sommerfrische, Sommerspiele und die Kommende

Die Vielzahl von Kirchen, Kirchlein und Kapellen, die Deutschordenskommende in Lengmoos, in deren Innenhof seit 1973 alljährlich die „Rittner Sommerspiele“ über die Bühne gehen und der Almabtrieb am Bartelmastag – es sind dies einige Beispiele für Kultur und lebendiges Brauchtum am Ritten.

Nicht vergessen werden darf die „Sommerfrische“, die auf dem Ritten ihren Ursprung hat: Seit dem 17. Jahrhundert machten sich die wohlhabenden Bozner Bürger jedes Jahr – sobald im Bozner Talkessel die Sommerhitze unerträglich wurde – auf in ihre Sommerfrisch-Häuser in den Rittner Ortschaften Maria Himmelfahrt, Oberbozen, Lengmoos und Klobenstein. Ihre eigens dafür erbauten Häuser sind noch immer durch ihre charakteristischen grün-weißen Fensterläden und Türen leicht erkennbar.  Bis heute zieht es Bozner Familien in den Sommermonaten in ihre Zweitwohnsitze auf den Ritten, den Hausberg der Landeshauptstadt.
Die Deutschordenskommende in Lengmoos
Erst seit etwa 1500 war die Brennerstraße in der Eisackschlucht dauerhaft befahrbar. Vorher mussten Kaiser und Pilger, Soldaten und Händler wegen der Unpassierbarkeit des Weges im Tal zwischen Kollmann und Bozen seit der Römerzeit (und wohl auch schon früher) den mühsamen Umweg über den Ritten nehmen.

Am höchsten Punkt dieses Umgehungsweges über den Ritten, am Ulrichspass in Lengmoos, bestand schon vor 1200 ein Hospiz, wo die Reisenden übernachten konnten. Dieses ging 1235 mitsamt der Pfarrei in den Besitz des Deutschen Ritterordens über. In den Bauernunruhen 1525 geplündert und zerstört, wurde diese Kommende (als solche wird eine Niederlassung eines Ritterordens bezeichnet) im 17. Jahrhundert im barocken Stil neu errichtet und im ersten Stockwerk mit prachtvoll ausgestatteten Räumen versehen, die hohen Würdenträgern beim Aufenthalt dienten.

Heute finden in den Räumlichkeiten des imposanten Baukomplexes von Mai bis Oktober Konzerte, Ausstellungen, Symposien und Vorträge statt; die wohl bekannteste Veranstaltung sind die alljährlichen „Rittner Sommerspiele“, die als Freilichttheater im Innenhof aufgeführt werden.
Die Rittner Sommerspiele
Seit die wohlhabenden Bozner Bürger im 17. Jahrhundert begannen, der Hitze der Sommermonate im Talkessel in der „Frisch“ auf dem Ritten zu entkommen, versuchten die „Herrischen" auch, ihre Sommerfrischtage mit musikalischer Unterhaltung, Tanz- und Schießveranstaltungen oder mit Theateraufführungen im Kommendehof in Lengmoos kurzweiliger zu gestalten.

1973 wurde letzteres durch die ersten „Rittner Sommerspiele“ wiederbelebt – wenn auch nicht als exklusives Abendvergnügen für Wohlhabende, sondern als Unterhaltungsangebot für alle. Seitdem bemühen sich die Organisatoren der Sommerspiele darum, jedes Jahr aufs Neue von Ende Juli bis Mitte August Volkstheater von namhaften Autoren auf die Freilichtbühne zu bringen.

Die Darsteller sind zum Teil Profis, zum größten Teil jedoch Laienschauspieler aus allen Teilen Südtirols und aus dem benachbarten Ausland, die aus Freude am Theater Sommer für Sommer ihre Freizeit dafür opfern.
Barthlmastag – Almfest und Vieheintrieb
Jedes Jahr im Sommer treiben die Rittner Bauern ihr Vieh auf die Alm. Sobald sich der Almsommer und das abgeschiedene Leben der Saltner (Hirten) dem Ende zuneigt, wird ein Fest gefeiert: Der Barthlmastag, der Tag des Hl. Bartholomäus am 24. August, ist der Höhepunkt des bäuerlichen Arbeitsjahres am Ritten und ein Rittner Volksfest. An diesem Tag kommen alljährlich die Rittner Bauern und zahlreiche Besucher aus Nah und Fern auf der „Schian“ oberhalb von Pemmern zusammen.

Schon morgens spielt die Musikkapelle und für die Hungrigen gibt es gebratene Würste und Krapfen. Mittags beginnt dann mit „Goaßlschnölln“, Saltnerrufen, Gewieher und Gebrüll der Einzug des Almviehs. Am Sammelplatz wird das geälpte Vieh von den Bauern begutachtet und gegebenenfalls weiterverhandelt. Und die Saltner müssen zeigen, was sie können und aus dem Gewimmel von grauen und braunen Rücken jedem Bauern sein Vieh heraussuchen – und sie müssen Rede und Antwort stehen über das während des Almsommers Geschehene.
Kirchen am Ritten
Über das Rittner Hochplateau verteilt gibt es zahlreichen Kirchen, Kirchlein und Kapellen – zum Teil an markanten und mystischen Orten gelegen. Die St.-Verena-Kirche in Rotwand (sie wurde 1256 erstmals urkundlich erwähnt) beispielsweise steht auf einem vom Gletscher geschliffenen Felsenhügel hoch über dem Eisacktal. Man geht heute davon aus, dass in der Vorzeit an dieser Stelle ein Opferplatz, wahrscheinlich aus keltischer Zeit gewesen ist.

Eine der größten Kirchen auf dem Ritten ist die Pfarrkirche von Lengmoos, die dem Gedächtnis der Himmelfahrt Mariens geweiht ist. Erbaut wurde sie wahrscheinlich in den Jahren von 1220 bis 1225. Kurz nach 1500 wurde sie vergrößert und gotisch umgebaut, der Turm entstand wohl erst um 1300. Dieser Turm wurde beim Umbau 1510 nicht mehr vergrößert, und so macht er heute, neben der großen Kirche, einen eher bescheidenen Eindruck.

Auch die St.-Nikolaus-Kirche in Mittelberg – 1289 erstmals erwähnt – wurde im Laufe der Zeit mehrmals erweitert und umgebaut. Um 1400 erhielt sie die gotische Form, die sie bis heute hat. Der aus regelmäßig verlegten Natursteinmauerwerk bestehende Turm ist etwas jünger als die Kirche und er dürfte erst im 14. Jahrhundert entstanden sein, in seinem oberen Teil wurde er wahrscheinlich um 1400 gotisiert, wobei er die heute noch erhaltenen Spitzbogenfenster erhielt. 1744 setzte man ihm dann eine stilmäßig zwar nicht passende, aber dennoch gefällige Zwiebelhaube auf.

Die St.-Antonius-Kirche in Klobenstein wurde im 17. Jahrhundert – ebenso wie jene in Maria Himmelfahrt – auf Initiative der „Sommerfrischler“ erbaut. Wegen der nahen Kirche in Lengmoos sollte der Bau ursprünglich nicht genehmigt werden, doch die Bozner ließen sich nicht so einfach von ihrem Vorhaben abbringen und begründeten gegenüber der Obrigkeit: „Man will in Klobenstein die Kirche nicht nur aus christlichem Eifer und zum Antrieb zur Förderung des göttlichen Lobes, sondern auch zum eigenen Trost und Nutzen und zur eigenen Bequemlichkeit, damit man während der Sommerzeit leichter und öfter die heilige Messe hören könne."
Der eigentliche Grund für den Bau dieser Kirche soll ein sehr profaner gewesen sein: die Konkurrenz, die zwischen den Klobensteiner und den Maria Himmelfahrter „Sommerfrischlern“ bestand und die Tatsache, dass man in Klobenstein den anderen nicht nachstehen wollte, die in der gleichen Zeit ihre Kirche bauten.

Als älteste Kirche am Ritten gilt die der Hl. Luzia geweihte von Unterinn, sie besitzt auch den höchsten Turm (66 Meter hoch). Vom ursprünglichen Bau ist jedoch kaum mehr etwas erhalten; die heutige Kirche stammt in ihrem Unterbau aus der Zeit um 1400 und wurde um 1500 vergrößert. Im 18. Jahrhundert. wurde sie dann barockisiert und im späten 19. Jahrhundert neuromanisch umgestaltet.
Oberbozner Kirchtag
Jedes Jahr am Maria-Himmelfahrts-Tag am 15. August wird in Oberbozen der Kirchtag gefeiert, der weit im Land bekannt ist. Der Startschuss zum traditionellen Wiesenfest fällt vormittags mit einem Frühschoppen, am Nachmittag lädt der Veranstalter, die Musikkapelle Oberbozen, zum Kirchtagsumzug. Bei diesem sind festlich geschmückte Wagen zu sehen, welche Schaubilder zu einem Thema aus den Rittner Wirtschaftsbereichen (Landwirtschaft, Handwerk und Tourismus) aufzeigen.
**** Hotel Bemelmans-Post
Familie Senn- Dorfstrasse 8 - 39054 Klobenstein, Ritten - Tel. +39 0471 356 127 -

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