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Sigmund Freud

„Hier, wo es in einer ganz besonderen Art schön ist“

„Hier auf dem Ritten
Ist es göttlich schön und behaglich.
Ich habe eine unerschöpfliche Lust zum Nichtstun,
temperiert durch zweistündige Lektüre in neuen Dingen,
bei mir entdeckt und mag nicht daran denken, dass der nächste
Monatsanfang wieder die schwere Arbeit bringen soll.“


Diese Zeilen schreibt Sigmund Freud (1856–1939), weltbekannter Wiener Psychologe und Begründer der Psychoanalyse, Anfang September 1911 aus dem Hotel Bemelmans-Post in Klobenstein an C.G.Jung, einen Fachkollegen. Die beiden stehen seit 1906 in regem Briefkontakt, treffen sich auch ab und an; 1913/14 kommt es jedoch zum Bruch.
Sigmund Freud ist wohl der bekannteste Gast, der im Bemelmans-Post logierte. Er gilt nach wie vor als einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts; seine Theorien und Methoden geben bis heute Anlass zu Diskussionen.

Im Jahr 1911 verbrachte Freud die Monate August und September gemeinsam mit seiner Familie im Bemelmans-Post. Hier entsteht der erste Aufsatz von insgesamt vieren für sein Werk „Totem und Tabu. Einige Übereinstimmungen im Seelenleben der Wilden und der Neurotiker“ (erscheint 1913). Freud versucht darin, mit den Mitteln der Psychoanalyse Probleme zu klären, die die Ethnologen seiner Zeit beschäftigten.

In „Die Inzestscheu“, jenem Essay, das er auf dem Ritten schreibt, geht er der Frage nach, weshalb in primitiven Gesellschaften die Inzestscheu stark ausgeprägt ist. In Teil zwei geht es um „Das Tabu und die Ambivalenz der Gefühlsregungen", der dritte trägt den Titel „Animismus, Magie und die Allmacht der Gedanken" und der vierte „Die infantile Wiederkehr des Totemismus".

Sein Urlaubsdomizil in Klobenstein entdeckt Freud während einer Reise, die ihn an Ostern 1911 nach Trient, Bozen und Umgebung führte. Ursprünglich plante die Familie Freud, Klobenstein nach einem mehrwöchigen Aufenthalt Ende August 1911 wieder zu verlassen und nach Caldonazzo im Trentino weiterzureisen. Doch weil sie sich ob der ungewöhnlich warmen Temperaturen am Ritten wohlfühlt, entscheidet sie sich dazu, ihren Aufenthalt zu verlängern.

„Ich will bis zum 14. September hier bleiben, wo es in einer ganz besonderen Art schön ist [...] seitdem meine Geisteskräfte wieder erwacht sind, arbeite ich auf einem Gebiet, wo Sie überrascht sein werden mich zu treffen.“ Dies teilt Sigmund Freud in einem Brief vom 20. August C.G.Jung mit. Tatsächlich aus Klobenstein abgereist ist er allerdings erst am 15. September, denn am 14. feiern Martha und Sigmund Freud in Klobenstein ihre Silberhochzeit. Im Raum, in dem die Feier stattfand und der zu Ehren der illustren Gäste inzwischen den Namen Freud-Veranda trägt, werden bis heute Feiern und besondere Veranstaltungen ausgetragen; gerne nutzen ihn die Gäste des Bemelmans-Post auch zum Lesen oder Kartenspielen.

Auch die Möbel, die im Zimmer standen, das Sigmund Freud im Bemelmans-Post bewohnte, sind erhalten geblieben und werden noch genutzt: Sie stehen in einer der 2-Studio-Suiten Biedermeier.

Im September 1913 urlauben die Freuds abermals in Klobenstein, allerdings nur Ehefrau Martha und Tochter Anna, Sigmund Freud nimmt in München an einem internationalen Kongress teil. „Das Wetter ist noch dazu überraschend herrlich, Schnee auf den Bergen und bei uns die schönste Sonne. [...] Ich weiß nicht, aber ich finde Klobenstein doch fast schöner als alle anderen Orte, wo wir bis jetzt waren“, schreibt Anna ihrem Vater am 11. September 1913. Ein großes Kompliment an das Bemelmans-Post und den Ritten – denn die Familie Freud war viel gereist.
**** Hotel Bemelmans-Post
Familie Senn- Dorfstrasse 8 - 39054 Klobenstein, Ritten - Tel. +39 0471 356 127 -

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